www.cdukamen.de  
 
 
Artikel vom 26.01.2020:
 

CDU-Kamen Methler im Gespräch mit den Landwirten.

 

(Foto CDU Kamen v.l.n.r. K.Diederich-Späh, H.Wortmann und R. Fuhrmann)

 

Aktion Grüne Kreuze der Landwirtschaft auch in Kamen

Oder „Redet mit uns – nicht nur über uns!“

 

Als fachkundiger Referent konnte Hans-Heinrich Wortmann, bekannter Landwirt aus Methler und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe, gewonnen werden. Dieser Kreisverband umfasst die Kreise Unna sowie die kreisfreien Städte Dortmund, Bochum, Herne und Hamm.

 

In einer sehr leidenschaftlich geführten Diskussion ging es zunächst um den Referentenentwurf der Düngeverordnung vom 11.12.19. Dabei wurde deutlich gemacht, dass allein schon die Auswahl der Meßstationen, die Werte über die Nitratbelastung des Grundwassers aufzeichnen, von entscheidender Bedeutung sein kann, für ein scheinbar allgemeingültiges Gesamtbild. So lassen sich nach Aussage von Hans-Heinrich Wortmann und nach Meinung von weiteren anwesenden Landwirten rote (= belastete) Grundwasserkörper oft auch schon durch die Anordnung der indizierenden Meßstation erklären. Hans-Heinrich Wortmann: „Aktuell liegt ein Referentenentwurf zur Düngeverordnung vom 11.12.19 vor. Wir sehen ihn kritisch. Zum einen, weil nach einer vorangegangenen Verschärfung dieser Verordnung in 2017, die Auswirkungen auf das Medium Wasser noch gar nicht abschließend beurteilt werden können. Bei unseren hier anstehenden Lehmböden braucht ein Schadstoff etwa 1 Jahr um 1 m tief in den Boden eindringen zu können, auf in Sandböden dagegen beträgt die Eindringtiefe im gleichen Zeitraum 3 m. Die jetzt vorgeschlagene Neufassung der Düngeverordnung stellt darüber hinaus die in vielen Wassergewinnungsgebieten, hier bei uns entlang der Ruhr und in Haltern, seit Jahren bewährten Wasserkooperationen infrage.“

 

Von den Nicht-Landwirten wurden aber auch kritische Fragen, etwa zum Thema Überproduktion von landwirtschaftlichen Produkten gestellt. Hans-Heinrich Wortmann gab die Frage zurück: „Wir haben hier hervorragend geeignete Standorte und Standortbedingungen für die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten. Warum sollen wir weniger produzieren? Wir haben hier eine Erzeugung von 130 % des Bedarfs. Andere Länder z. B. in Südeuropa erreichen diese Zahlen bei weitem nicht. Übrigens: Bei Autos haben wir eine Erzeugung von 400 % des eigenen Bedarfs.“ Auch der Verbraucher muss sich nach seiner Meinung nach fragen lassen, wie dieser sein Einkaufsverhalten sieht. Waren es in den 50er Jahren noch 50 % des Einkommens, die für Lebensmittel ausgegeben werden, so sind es aktuell noch 6 %.

 

Nach Meinung von Hans-Heinrich Wortmann hat sich in den letzten 30 Jahren auch die Landwirtschaft stark verändert. Gleichzeitig wird durch eine Werbung, die die Landwirtschaft idealisiert (Wortmann: „heidiisiert“) ein völlig anderer Eindruck erweckt. Er verwies in diesem Zusammenhang besonders auf seine Bemühungen im Rahmen des Konzeptes „Lernort Bauernhof“.

 

Für große Unruhe unter den Landwirten sorgt aktuell das von der Bundesregierung geplante Agrarpaket, hier besonders das „Aktionsprogramm Insektenschutz“. Dabei ist geplant, in den ausgewiesenen Natur- und Vogelschutzgebieten sowie in den Fauna-Flora-Habitat-Gebiet, diese entsprechen etwa im Kreis Soest etwa 70 % der Ackerflächen, den Einsatz wichtiger Pflanzenschutzmittel wie Herbizide und Insektizide zu verbieten. Die Landwirte sehen hierdurch ihre Möglichkeiten, Raps, Wintergerste, Kartoffeln, Gemüse und Zuckerrüben anzubauen, mindestens stark eingeschränkt. Nochmal Hans-Heinrich Wortmann: „Gleichzeitig sehen wir unsere Bemühungen, etwa durch Blühflächen und –streifen, durch Uferrandstreifen oder durch Brachen und Zwischenfruchtanbau nicht entsprechend gewürdigt.“






 
» zurück zur Übersicht
 
 
 
Abonieren Sie unseren Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben.
» mehr
 
 
Hier finden Sie das aktuelle Parteiprogramm der CDU Kamen.
» mehr
 
 

» mehr
 
 
Jetzt bei der CDU Kamen mitmachen
und mitgestalten.
» mehr
 
 
 
 
 
 
 
Übersicht

Startseite
Werte
Themen
      - Termine
      - Archiv
      - Parteiprogramm
Köpfe
      - Vorstand des Stadtverbandes
      - Ortsunionen
      - Vereinigungen
      - Vertreter der Kreistagsfraktion
      - Unsere Vertreter in Bund, Land und EU
Ratsfraktion
      - Ratsmitglieder
      - Newsletter abonnieren
      - CDU in Rat und Gremien
      - Ratsinformationssystem
Kontakt
      - Kontaktadressen
      - Mitglied werden
CDU Stadtverband Kamen

Vorsitzender: Wilhelm Kemna 

 

Schattweg 101

59174 Kamen

Telefon (02307) 435 83


wilhelm.kemna(at)cdukamen.de


Datenschutz | Impressum
Copyright CDU Kamen © 2020
 











 
 
 
Artikel vom 26.01.2020:
 

CDU-Kamen Methler im Gespräch mit den Landwirten.

 

(Foto CDU Kamen v.l.n.r. K.Diederich-Späh, H.Wortmann und R. Fuhrmann)

 

Aktion Grüne Kreuze der Landwirtschaft auch in Kamen

Oder „Redet mit uns – nicht nur über uns!“

 

Als fachkundiger Referent konnte Hans-Heinrich Wortmann, bekannter Landwirt aus Methler und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe, gewonnen werden. Dieser Kreisverband umfasst die Kreise Unna sowie die kreisfreien Städte Dortmund, Bochum, Herne und Hamm.

 

In einer sehr leidenschaftlich geführten Diskussion ging es zunächst um den Referentenentwurf der Düngeverordnung vom 11.12.19. Dabei wurde deutlich gemacht, dass allein schon die Auswahl der Meßstationen, die Werte über die Nitratbelastung des Grundwassers aufzeichnen, von entscheidender Bedeutung sein kann, für ein scheinbar allgemeingültiges Gesamtbild. So lassen sich nach Aussage von Hans-Heinrich Wortmann und nach Meinung von weiteren anwesenden Landwirten rote (= belastete) Grundwasserkörper oft auch schon durch die Anordnung der indizierenden Meßstation erklären. Hans-Heinrich Wortmann: „Aktuell liegt ein Referentenentwurf zur Düngeverordnung vom 11.12.19 vor. Wir sehen ihn kritisch. Zum einen, weil nach einer vorangegangenen Verschärfung dieser Verordnung in 2017, die Auswirkungen auf das Medium Wasser noch gar nicht abschließend beurteilt werden können. Bei unseren hier anstehenden Lehmböden braucht ein Schadstoff etwa 1 Jahr um 1 m tief in den Boden eindringen zu können, auf in Sandböden dagegen beträgt die Eindringtiefe im gleichen Zeitraum 3 m. Die jetzt vorgeschlagene Neufassung der Düngeverordnung stellt darüber hinaus die in vielen Wassergewinnungsgebieten, hier bei uns entlang der Ruhr und in Haltern, seit Jahren bewährten Wasserkooperationen infrage.“

 

Von den Nicht-Landwirten wurden aber auch kritische Fragen, etwa zum Thema Überproduktion von landwirtschaftlichen Produkten gestellt. Hans-Heinrich Wortmann gab die Frage zurück: „Wir haben hier hervorragend geeignete Standorte und Standortbedingungen für die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten. Warum sollen wir weniger produzieren? Wir haben hier eine Erzeugung von 130 % des Bedarfs. Andere Länder z. B. in Südeuropa erreichen diese Zahlen bei weitem nicht. Übrigens: Bei Autos haben wir eine Erzeugung von 400 % des eigenen Bedarfs.“ Auch der Verbraucher muss sich nach seiner Meinung nach fragen lassen, wie dieser sein Einkaufsverhalten sieht. Waren es in den 50er Jahren noch 50 % des Einkommens, die für Lebensmittel ausgegeben werden, so sind es aktuell noch 6 %.

 

Nach Meinung von Hans-Heinrich Wortmann hat sich in den letzten 30 Jahren auch die Landwirtschaft stark verändert. Gleichzeitig wird durch eine Werbung, die die Landwirtschaft idealisiert (Wortmann: „heidiisiert“) ein völlig anderer Eindruck erweckt. Er verwies in diesem Zusammenhang besonders auf seine Bemühungen im Rahmen des Konzeptes „Lernort Bauernhof“.

 

Für große Unruhe unter den Landwirten sorgt aktuell das von der Bundesregierung geplante Agrarpaket, hier besonders das „Aktionsprogramm Insektenschutz“. Dabei ist geplant, in den ausgewiesenen Natur- und Vogelschutzgebieten sowie in den Fauna-Flora-Habitat-Gebiet, diese entsprechen etwa im Kreis Soest etwa 70 % der Ackerflächen, den Einsatz wichtiger Pflanzenschutzmittel wie Herbizide und Insektizide zu verbieten. Die Landwirte sehen hierdurch ihre Möglichkeiten, Raps, Wintergerste, Kartoffeln, Gemüse und Zuckerrüben anzubauen, mindestens stark eingeschränkt. Nochmal Hans-Heinrich Wortmann: „Gleichzeitig sehen wir unsere Bemühungen, etwa durch Blühflächen und –streifen, durch Uferrandstreifen oder durch Brachen und Zwischenfruchtanbau nicht entsprechend gewürdigt.“






 

» zurück zur Übersicht